Naturgarten im Wandel – Die Erdbeeren ziehen um

Erdbeeren mit Blüten
Erdbeerpflanzen

Es wäre langweilig, wenn alles so bleibt, wie es ist. Die Ursachen für eine Veränderung können verschieden sein. Auch in meinem Naturgarten bleibt nichts, wie es ist. Der Naturgarten im Wandel – Die Erdbeeren ziehen um zeigt eine kleine Veränderung im Hortus naturalis color, die hoffentlich Früchte trägt.

Warum ziehen die Erdbeeren um?

Das Beet legte ich im Jahr 2019 oder 2020 an. Genau weiß ich es nicht mehr. Wie es entstand, könnt ihr gern nachlesen. Es ist eine kleine Anleitung zum Nachmachen. Permakultur im Hortus – Anlage eines Erdbeetes

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
altes Erdbeerbeet
Kerstin Dähne
blühende Erdbeeren
Das Erdbeerbeet im Frühjahr 2022 steht in voller Blüte.
Ein paar Schälchen Beeren konnte ich ernten.
  • Der diesjährige Ertrag konnte sich sehen lassen, doch hätte ich gern auch ein paar Erdbeeren für den Winter haltbar gemacht. Dazu reichen die Pflanzen leider nicht. Jedoch die teuren Beeren für Marmelade kaufen will ich auch nicht. Also heißt es, mehr Erdbeeren anbauen.
  • Die Beeren stehen jetzt schon mehrere Jahre am gleichen Ort. Der traditionelle Gärtner in mir meint, sie sollten einen neuen Standort bekommen.
  • Da das Beet nur mit Grasschnitt angelegt wurde, hat sich die Erde gesenkt und fehlte auffüllen. Mit den Pflanzen darin ging das nicht.
  • Die lange Trockenheit machte den Pflanzen schwer zu schaffen. Da ich versuche im Garten nicht zu gießen, bekamen sie von mir kein Wasser. Die Folge war, nach einiger Zeit sahen sie schon sehr vertrocknet aus. Wenn ich die Erdbeeren retten will, muss ich etwas tun.

Diese Gründe brachten mich zu dem Entschluss, die Erdbeeren ziehen um.

Rettungsaktion der Erdbeerpflanzen

Dass die Erdbeeren den Hungertod sterben, wollte ich auf keinen Fall. Sie benötigten unbedingt Wasser. Da sie auch einen Standort bekommen sollten, grub ich sie vorsichtig aus.

Zuerst kamen sie direkt in eine Wasserschüssel und ein Teil später in Töpfe mit Erde. So können sie sich erst einmal erholen. Die Aktion zeigte, wie viel Lebenswillen diese Pflanzen haben.

An einem schattigen Platz im Garten konnten und können sie sich erholen. Schnell wurde das noch vorhandene Blattwerk grüner und neue junge Blätter zeigten sich.

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
vertrocknete Erdbeeren im Wasser 
Erdbeeren in Töpfen
Naturgarten
Kerstin Dähne
So sahen die äußerlich vertrockneten Erdbeeren direkt nach dem Ausgraben aus.

Neue Erdbeerpflanzen

Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, ob meine Rettungsaktion glückt oder nicht. Auch hätte ich gern mehr Erdbeeren, um mein Bedürfnis, einen kleinen Wintervorrat anzulegen, befriedigt. So kaufte ich bei einem regionalen Geschäft 40 Jungpflanzen (20-mal senga sengana und 20 Monatserdbeeren).

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
Erdbeerpflanzen in der Schubkarre
Kerstin Dähne
Naturgarten
Ein Teil der jungen Erdbeerpflanzen.

Naturgarten in der Ertragsfläche

Erdbeeren benötigen schon eine Menge Platz im Garten. Dafür ein komplettes Beet opfern, wollte ich nicht. So überlegte ich und suchte nach einer Fläche, die den Beeren und meinen Anspruch gerecht wird.

Welche Ansprüche haben Erdbeeren?

  • Sie sind Liebhaber von Waldrändern, sprich, sie wollen Waldboden.
  • Sie mögen halbschattige bis sonnige Plätze.
  • Im Herbst ein wenig Dünger wäre nicht schlecht. Diesen produzieren unter anderem die Blätter der Waldpflanzen, durch das herab fallende Herbstlaub.
  • Sie lieben geschützte Plätze, an denen keiner die Pflanze zertritt. In der Natur sind diese meist am Wegesrand.

Welche Ansprüche habe ich?

  • Ich als Kleingärtner möchte einen Ertrag und eine Anbaufläche.
  • Ich möchte mehr Naturgarten, auch in der Anbaufläche/ Ertragszone des Hortus.
  • Nur ein Beet für Erdbeben möchte ich nicht.

Das sind schon eine Menge Vorgaben, die das neue Beet erfüllen sollen. Nach einem kleinen Rundgang durch den Garten fand ich diese auch. Die Voraussetzungen passen.

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
Pufferzone im Hortus
Naturgarten
Kerstin Dähne
Diese Sträucher pflanzte ich im Herbst letzten Jahres als Pufferzone. Nach dem Schnitt des Kirschbaumes kam das Totholz hinzu. Hackschnitzel und Steine ergänzten das Bild.

Sobald die Sträucher weiterhin wachsen, bieten sie den Erdbeeren mehr Halbschatten. Zusammen mit den Hackschnitzeln entsteht eine waldähnliche Struktur. Im Herbst verlieren die Sträucher ihre Blätter, welche neuen Humus bilden. Elemente für mehr Natur im Garten sind auch schon vorhanden, wie die Steine und das Totholz. Sie bieten den Insekten und Kleintieren einen Lebensraum. Zu guter Letzt muss ich kein neues Beet anlegen. Es ist schon da und hat noch Platz für die Erdbeerpflanzen.

Die Erdbeeren ziehen ein

Ein wenig verrückt war ich schon beim Einpflanzen der jungen Erdbeerpflanzen. Die Sonne schien, kein Regen war in Sicht, die Temperaturen um oder über 30 Grad. Ich hatte aber Bedenken, dass ich die neu gekauften Pflänzchen nicht ausreichend pflegen kann. Ich fand, dass sie an Ort und Stelle besser aufgehoben seien.

Das Einpflanzen ging recht gut von der Hand. Natürlich hatte ich das Bestreben, dass die Pflanzen gut anwachsen.

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
Pflanzlöcher für Erdbeerpflanzen
Kerstin Dähne Naturgarten
Nachdem die Hackschnitzel zur Seite geschoben waren, grub ich kleine Pflanzlöcher. Damit sie nicht auf dem Trockenen stehen, gefüllte ich sie zwei- bis dreimal mit Wasser. So konnte sich der Boden um die Pflanzlöcher mit Wasser vollsaugen.
Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
frisch gepflanzte Erdbeeren
Kerstin Dähne Naturgarten
Dann kamen die Erdbeerpflanzen hinein, wurden ein wenig angedrückt und wieder mit den Hackschnitzeln bedeckt.
Die Hackschnitzel atmen nicht nur einen Waldboden nach, sondern schützen auch die Erde vor dem zu schnellen Austrocknen.

So sah das Beet nach der ersten Pflanzaktion aus. Bei der habe ich nur die gekauften Pflanzen eingepflanzt. Später erst folgten die aufgepäppelten.

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
Erdbeerpflanzen zwischen Totholz
Kerstin Dähne Naturgarten

Ein paar Wochen später – die Erdbeeren im Naturgarten

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
Erdbeeren in der Pufferzone
Kerstin Dähne
Naturgarten
Das Beet nach ein paar Wochen und gelegentlich eine Wassergabe, kann sich sehen lassen.

Was wird aus dem alten Erdbeerbeet?

Das alte Erdbeerbeet steht nun leer? Nein, der Plan ist, Kräuter zu pflanzen.

Wieso Plan? – Da Erdbeeren Flachwurzler sind, ist der Boden nach gut 10 cm steinhart. So fühlen sich die Kräuter sicher nicht wohl.

Was jetzt? – Das Beet bekommt ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Pflege.

Wie geht das? – Zuerst habe ich die Erde aufgefüllt. Die alte Schicht hatte sich ja zu sehr gesenkt. Ich schichtete normale Gartenerde und Kompost im Wechsel.

Und inzwischen steht das Beet leer? – Nein. Zur Verbesserung des Bodens habe ich Gründünger eingesät. Dieser kann bis zum Herbst wachsen und die gesamte Bodenstruktur verbessern.

Naturgarten im Wandel - Die Erdbeeren ziehen um
Gründünger im Beet
Kerstin Dähne Naturgarten
Das alte Erdbeerbeet mit aufgehendem Gründünger

Manche Ideen für die Umgestaltung kommen nicht nur von mir, sondern aus einem tollen Lernangebot des Morgarot – Hofes. Ich bin dankbar für das tolle Angebot.

Ihr habt noch Fragen oder Anregungen zu Naturgarten im Wandel – Die Erdbeeren ziehen um? Ihr möchtet den Hortus naturalis color gern einmal kennenlernen? Dann schreibt mir.

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