Beet anlegen mit Pappe

Pappe

In vielen Beiträgen, Videos und in Gartengruppen schwärmen die Gärtner von dieser Methode. Ist dies wirklich die perfekte Lösung? Dieser Beitrag, Beet anlegen mit Pappe, enthält eine kurze Erklärung, aber auch meine Meinung zu dem Thema.

Pappe
Pappe gibt es in den verschiedensten Formen und Farben.

In welchen Zusammenhang wird Pappe, als Hilfsmittel genutzt?

In der Permakultur, aber auch auf Gartenkanälen bei YouTube, gibt es viele Anleitungen und Überzeugungen, bei denen Pappe direkt auf die Grasnarbe gelegt wird.

Dies wird genutzt, um neue Beet anzulegen, zum Beispiel, wenn Wiesen- oder Grasflächen zu Beeten schnell umgestaltet werden sollen. Auch könne man damit das Wachstum von ungewünschten Pflanzen unterdrücken.

Wieso wird Pappe verwendet?

  • Die Pappe soll die Verrottung der Grasnarbe und von unerwünschten Pflanzen unterstützen.
  • Es soll die Arbeit erleichtern, wie z. B. das Ausgraben von Wurzel oder das Abstechen der Grasnarbe.
  • Eine schnellere Nutzung des Beetes soll möglich sein.
  • Pappe sei unschädlich für die Umwelt

Kommt nur Pappe auf den Boden?

Nein. Sie dient nur als Zwischenschicht. Über die Pappe kommt eine ca. 15 cm hohe Schicht Komposterde.

Was passiert mit der Pappe?

Die Pappe verrottet. Sie wird zersetzt von den vorhandenen Bodenlebewesen. Sprich, sie hinterlässt keine sichtbaren Rückstände im Boden.

Meine Meinung zu dem Thema, Beete mit Pappe anlegen

Es klingt sehr verlockend, rasch aus einer Wiese oder „Unkrautplage“ ein nutzbares Beet zu machen. Mein Ding ist es auf keinen Fall. Wieso?

  • Woher weiß ich, welche Inhaltsstoffe in der Pappe sind. Ich möchte keinen der Zusatzstoffe in meiner Erde und später im Gemüse haben.
    • Mit Sicherheit besteht sie aus Zellulose, sprich Holzfasern. Aber halten diese zusammen, damit der Karton auch hält? Wer schon einmal versuchte Papier herzustellen (Papierschöpfen), weiß, dass es zwar wunderschön sein kann, aber nicht viel aushält.
    • Auch Karton aus Recyclingmaterial klingt gut, aber welche Ausgangsstoffe wurden verwendet. Vielleicht besteht, der schöne recycelte Karton aus alten Zeitungen und enthält Rückstände von Druckerschwärze.
  • Für mich ist Pappe ein Stoff, der in der Natur so nicht vorkommt. Deshalb möchte ich diesen nicht in meine Erde einbringen. Da sträubt sich bei mir sehr viel dagegen.

Welche Alternative zu Pappe gibt es?

Für mich gibt es da nur die klassische Bodenbearbeitung. Ja, da könnten wieder Stimmen kommen mit: „Du zerstörst damit die Bodenlebewesen.“ Diese streite ich auch nicht ab, doch möchte ich ja ein neues Beet anlegen, welches auch eine andere Aufgabe hat und sein eigenes Bodenleben aufbaut.

Spaten und Spitzhacke

Ich gehe noch mit Spaten und Spitzhacke zu der neuen Fläche und grabe die unerwünschten Pflanzen und Wurzeln aus. Was nicht wieder anwachsen soll, liegt meist als Häufchen in der Sonne. Dort sollen sie austrocknen, um später auf dem Kompost zu kommen. Es sieht manchmal schon etwas ungewohnt aus mit diesen komischen Haufen, doch entsorgen mag ich es nicht. Ich gebe doch kein Geld aus, erst für die Entsorgung und dann noch für den Kauf neuer Erde.

wilde Brombeeren auf einem Beet
Beet anlegen mit Pappe
Kerstin Dähne
Naturgarten
Diese Fläche soll mal ein Gemüsebeet werden. Das oberirdische schneide ich ab. Doch dann kommt nicht einfach Pappe darauf, sondern die Wurzeln entferne ich mit Spaten und Spitzhacke. Ich bin überzeugt, dass es auf Dauer viel effektiver ist, die Brombeerwurzel und gleichzeitig die Grasnarbe zu händisch zu entfernen.
  • Ja, es dauert etwas länger, doch habe ich keine unerwünschten Zusatzstoffe oder unnatürlichen Dinge im Boden.
  • Ja, es können erneut die „alten“ Pflanzen wachsen, aber diese lassen sich in der Regel einfacher wieder entfernen.
  • Bei solchen Aktionen der Umgestaltung können auch unerwartete Möglichkeiten zum Vorschein kommen. Ich fand z. B. schon Lehm, den ich nutzen konnte. Auch konnte ich schon einzelne Pflanzen retten, die mir vorher nie auffielen.

Im letzten Frühjahr gestaltete ich einen Rasen zu einer Blühwiese um. Gern könnt ihr euch die Veränderung ansehen. Der Beginn, die Fertigstellung, die Veränderung.

Versuch mit einer dicken Mulchschicht

Auch in diesem Jahr wird es noch einige Arbeiten in der Umgestaltung meines Gartens geben.

Im Herbst 2021 startete ich einen anderen Versuch, um die Grasnarbe mit weniger Umgraben zu beseitigen. Ich sammelte verschiedenes Mulchmaterial, meist Gras und Laub, und legte es als Flachkompost auf die Wiese. Bisher kann ich kein Resultat präsentieren, da ich noch nicht nachgesehen habe, wie es unter der Schicht aussieht.

Alternative zu Pappe
Flachkompost auf der Wiese
Naturgarten
Kerstin Dähne
Einen Teil der Wiese, welche zum Kartoffelacker werden soll, bedeckte ich im Herbst mit einer dicken Mulchschicht. Ich hoffe, dass sich die Grasnarbe darunter einfacher entfernen lässt.

Mein Fazit

Die Gartengestaltung liegt bei jedem Gärtner selbst, doch sollte man überlegen und hinterfragen. Nicht immer sind die Meinungen der Allgemeinheit, die ideale und einzige Lösung.

Hier möchte ich euch noch ein paar Links aufführen, die das Thema „Beet anlegen, mit Pappe“ betreffen.

  • Auf der Seite Sonjas Gartenfreuden fand ich eine interessante Darstellung zum Thema.
  • Dieser Beitrag vom Wurzelwerk erklärt, wie man ein Beet mit Pappe aufbauen kann.
  • Die Verbraucherzentrale betrachtet die Nutzung von Pappe im Bereich der Lebensmittelindustrie.

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