Herbst im Naturgarten

Herbst im Naturgarten Kerstin Dähne

Es ist nicht zu leugnen. Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler, die Hagebutten färben sich rot und morgens hüllt sich die Natur in Nebelschwaden. Der Herbst hält Einzug im Naturgarten. Es ist Anfang September, da kommt schon mal die Frage auf: „Fast Herbst, wie sieht der Naturgarten aus?“. Mit meinen Bildern möchte ich euch zeigen, dass die Natur noch einiges zu bieten hat.

Was blüht Ende August im Naturgarten?

Ja, die Bracht des Sommers lässt nach. Es regt mich jedoch an, genauer hinzusehen, wo blüht es noch. Und ich fand Ende August noch einige Blumen in meinem Naturgarten.

Sonnenblumen, die ich als Gründünger säte. Abschneiden mag ich sie nicht. Sie zaubern jedes Mal ein Lächeln in mein Gesicht. Ich hoffe, dass sich viele Vögel die Kerne schmecken lassen.
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Die Malve, aus einer Gründüngermischung, steht am Beetrand. Sie lockt immer wieder Insekten an.
Die Prachtkerze trotzte der Trockenheit. Sie blüht in voller Bracht und das schon mehrere Wochenlang. Dagegen wirken der Storchschnabel und die Herbstanemonen ein wenig mitgenommen. Doch der Regen in den letzten Tagen wirkte Wunder.
Ein paar Altbestände an Edelrosen zeigen abermals ihre Schönheit. Diese schneide ich nur gelegentlich, frei Schnauze.
Der Roseneibisch ziert den Garteneingang.
Für manche Blüten muss Frau schon genau hinsehen. Der Hauswurz versteckt sich am Bienenhotel.

Was tut sich in der Ertragszone?

Mit der Ente aus der Ertragszone bin ich mäßig zufrieden. Die Tomaten wuchsen fast gar nicht. Ein paar Früchte zum Probieren konnte ich ernten, mehr nicht. Möhren säte ich. Das erste Grün zeigte sich. Dann diente es den Schnecken als Menü. Die Gurken wuchsen, nach dem dritten Mal pflanzen. Ein paar hingen immerhin dran. Der Brokkoli wuchs, doch ernten konnte ich nichts. Er ging gleich in die Blüte. u.s.w. Das einzige, was gut lief, war der Kartoffelanbau auf einer im Frühjahr umgebrochenen Fläche. Ich sehe dies positiv, den es ist auch für mich ein Lernprozess. Schließlich fange ich erst an, intensiv Gemüse anzubauen.

Der Grund ist einfach. Ich nutze die Ertragszone erst seit dieser Saison intensiv. Der Boden ist einfach noch nicht bereit für den Gemüseanbau. Er benötigt noch ein wenig Aufmerksamkeit und Zeit. Diese bekommt er jetzt.

Das Tomatenbeet

Mitten im Tomatenbeet steht ein wild aufgegangener Walnussbaum. Diesem ging es an den Kragen. Man sagt dem Baum ja nach, dass unter ihm nichts anderes wächst.

So, der Baum und ein paar Wurzeln sind raus. Das Loch mit Grünschnitt und Erde aufgefüllt. Jetzt hoffe ich, dass nichts mehr Lebensfähiges von der Walnuss im Boden ist.

Umgraben der gesamten Fläche, Gründünger rein
Noch etwas Hanfstreu als Mulch darauf und abwarten

Jetzt darf der Gründünger wachsen und das Bodenleben anregen. Die ganze Prozedur hilft hoffentlich dem Tomatenbeet. Ich würde mich sehr über viele leckere Tomaten aus dem Garten freuen.

Ein weiteres Beet entsteht

Da ich mir ein weiteres Ziel für meinen Garten gesetzt habe, braucht es noch ein paar Beete im Hortus. Ich möchte mich in den kommenden Jahren immer mehr selbst mit Obst und Gemüse versorgen.

Anfang August wuchs auf der Fläche noch Quecke und wilde Brombeeren.
Jetzt ist die Fläche umgegraben. Die Quecke entfernte ich so gut es ging. Die Fläche ist bereit für Gründünger.

Erdbeeren bekommen einen Platz

Die geretteten und aufgepäppelten Erdbeerpflanzen bekamen einen Platz im Garten.

Diese Pflanzen wurden bis Ende August aufgepäppelt und durften jetzt ins Erdbeerbeet und zwischen die Heckenpflanzen ziehen.

Wie die Pflanzen im Juli aussahen und wo der Großteil jetzt steht, könnt ihr im Beitrag „Naturgarten im Wandel – Die Erdbeeren ziehen um“ nachlesen.

Welche Aufgaben gibt es noch zu Beginn des Herbstes?

Die Ernte haltbar machen

Der Apfelbaum verliert seine ersten Äpfel. Immer wieder liegen welche unter dem Baum. Verfaulen lassen kann ich sie nicht, so werden sie ausgeschnitten und haltbar gemacht. Mal als Mus oder als Saft. Wenn die eigenen Äpfel nicht reichen, gehe ich auch gern mal zur öffentlich zugänglichen Streuobstwiese. Hier kann man kostenlos Obst sammeln und pflücken. (Auf der Seite Mundraub kann man einige solche Flächen und Bäume finden)

Jetzt gibt es auch die Gelegenheit preiswertes regionales Gemüse zu bekommen. Manchmal muss man nur fragen. Hier in Radebeul gibt es die Möglichkeit. Im Hofladen der Gärtnerei Findeisen bekam ich Suppentomaten für einen guten Preis. So konnte ich ein paar Gläser Tomatensoße und Letscho einkochen. Das Rezept für die Soße war dieses Mal nicht mein eigenes, sondern ich kochte sie nach dem Rezept von Rigotti.

Im Herbst Samen für die neue Saison gewinnen

Bei Tomaten geht das recht einfach. Ich lasse die Kerne der reifen Früchte auf einem Kaffeefilter trocknen. Wenn ich die Sorte kenne, schreibe ich sie mir dazu.

In einem Naturgarten gibt es immer wieder etwas Arbeit, aber es lohnt sich. Vor allem, wenn man am Abend einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen kann.

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